Verbandsversammlung beschließt Jahresabschluss 2025 einstimmig – Ausbau der Grauen Flecken schreitet voran, weitere Kommunen zeigen Interesse an einer Zusammenarbeit.
In der jüngsten Verbandsversammlung des Zweckverbands Breitband Landkreis Schwäbisch Hall am 24. Juni 2026 haben die Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedskommunen den Jahresabschluss 2025 einstimmig festgestellt sowie den Verbandsvorsitzenden, die Geschäftsführung und den Verwaltungsrat entlastet. Gleichzeitig wurden wichtige Entscheidungen für die kommenden Jahre getroffen, um den flächendeckenden Glasfaserausbau konsequent fortzuführen.
Der Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr zeigt deutliche Fortschritte beim Breitbandausbau. Bereits 20 der insgesamt 29 Projekte im Förderprogramm der sogenannten „Weißen Flecken“ konnten bis Ende 2025 vollständig an den Netzbetreiber NetCom BW übergeben werden. Zwei weitere Projekte waren baulich abgeschlossen und wurden Anfang 2026 dokumentationsseitig fertiggestellt. Die verbleibenden Projekte sollen überwiegend noch im Laufe des Jahres 2026 abgeschlossen werden.
Parallel dazu gewinnt der Ausbau der „Grauen Flecken“ weiter an Bedeutung. Für sämtliche noch ausstehenden Projekte konnten inzwischen Planungsleistungen vergeben werden. In zahlreichen Kommunen laufen bereits die Tiefbauarbeiten, weitere Ausschreibungen folgen im Laufe dieses Jahres. Gleichzeitig steht der Zweckverband vor einer möglichen zusätzlichen Herausforderung: Aufgrund einer weiterhin offenen Beihilfebeschwerde eines Netzbetreibers bei der Europäischen Kommission könnte für die Grauen Flecken eine erneute Netzbetriebsausschreibung erforderlich werden, um die Förderfähigkeit der Projekte zu sichern. Welche konkreten Auswirkungen dies auf Zeitplan, Kosten und Netzbetrieb haben könnte, lässt sich derzeit noch nicht abschließend bewerten.
„Der Breitbandausbau ist und bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe mit vielen Beteiligten. Dass wir mittlerweile gleichzeitig Projekte der Weißen, hellgrauen und dunkelgrauen Flecken umsetzen, zeigt, welche Dynamik unsere Arbeit inzwischen erreicht hat. Gleichzeitig stellt uns diese Parallelität organisatorisch und administrativ vor große Herausforderungen“, erklärte Heinz Kastenholz, Geschäftsführer des Zweckverbands Breitband Landkreis Schwäbisch Hall.
Als größte Herausforderung bezeichnete die Geschäftsführung erneut den hohen bürokratischen Aufwand im Rahmen der Förderprogramme. Insbesondere die umfangreichen Dokumentationspflichten nach Abschluss der Bauarbeiten verzögern häufig die Netzübergaben sowie die Schlussabrechnungen mit den Fördermittelgebern. Dadurch verschiebt sich in einzelnen Projekten auch die Inbetriebnahme der Glasfaseranschlüsse für Bürgerinnen und Bürger.
Positiv bewertet wurde hingegen eine aktuelle Änderung der Förderbedingungen des Bundes. Durch eine neue Regelung können künftig rund 2.000 zusätzliche Hausanschlüsse im Verbandsgebiet gefördert ausgebaut werden, die bislang aufgrund der sogenannten „Homes-Passed“-Regelung nicht förderfähig gewesen wären. Damit können zahlreiche Gebäude nun doch noch einen kostenlosen geförderten Glasfaserhausanschluss erhalten.
Ein weiteres Thema der Verbandsversammlung war der stockende eigenwirtschaftliche Glasfaserausbau durch private Netzbetreiber. Nachdem angekündigte Ausbauprojekte in verschiedenen Kommunen bislang weitgehend ausgeblieben sind, bereitet der Zweckverband weitere Förderanträge unter anderem für Crailsheim vor.
Darüber hinaus beschäftigte sich die Verbandsversammlung mit der langfristigen Zukunft des Glasfaserausbaus. Einstimmig wurde beschlossen, die Möglichkeiten eines eigenwirtschaftlichen Ausbaus der sogenannten „Schwarzen Flecken“ durch den Zweckverband prüfen zu lassen. Ziel ist es, auch dort langfristig eine flächendeckende Glasfaserversorgung sicherzustellen, wo künftig keine Förderprogramme mehr greifen.
Große Zustimmung fand außerdem der Grundsatzbeschluss, interessierten Kommunen aus dem Hohenlohekreis den Beitritt zum Zweckverband zu ermöglichen. Mehrere Städte und Gemeinden haben bereits ihr Interesse bekundet. Die Aufnahme neuer Mitglieder soll jedoch so gestaltet werden, dass den bisherigen Verbandskommunen keinerlei finanzielle Nachteile entstehen.
Für das laufende Jahr stehen nun insbesondere die Fertigstellung der verbleibenden Weißen-Flecken-Projekte, der weitere Ausbau der Grauen Flecken sowie zahlreiche Tiefbauausschreibungen und Förderanträge im Mittelpunkt der Arbeit des Zweckverbands.
„Der Glasfaserausbau ist eine Investition in die Zukunft unserer Städte und Gemeinden. Gemeinsam mit den Mitgliedskommunen, unseren Projektpartnern sowie Bund und Land schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass unser Landkreis auch langfristig attraktiv, leistungsfähig und wettbewerbsfähig bleibt“, betonte Landrat und Verbandsvorsitzender Gerhard Bauer.